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FELIX (alias SAM) - eine unglaubliche Erfolgsgeschichte


Geschrieben von Gastautorin Mascha Schulz  



29.10.2006

Auch wir haben uns einen Hund - Dobi-Mix - aus dem Tierheim geholt. Und können nur sagen, wir haben es nicht bereut! Im September 2005 sah ich das Bild eines abgemagerten Dobi-Mixes auf der Internetseite des Tierheims Borkum. Er war vor ein paar Tagen erst aus Ungarn dort eingetroffen. Wir hatten bereits eine Hündin aus dem Tierheim und suchten nach einem Gefährten für sie. Somit machten wir einen Ausflug auf die Insel Borkum, um uns den 1,5 jährigen Einwanderer anzuschauen. Natürlich musste unsere Hündin, Nellie, mit. Letztendlich entschied sie, wer in Zukunft mit ihr das Lager teilen durfte! Herzlich wurden wir von der Tierheim-Mitarbeiterin Alex Wenzel an der Fähre abgeholt und zum Tierheim gefahren. Dort angekommen, wurde Felix - heute Sam - aus seinem Auslauf raus gelassen. Beim ersten Anblick wäre ich am liebsten gleich wieder nach Hause gefahren. Er war soo dürr!   Ich dachte, ich muss es leider zugeben, mit diesem Häufchen Elend hat man nur Ärger und Tierarztkosten.. Ca. eine Stunde haben wir um den heißen Brei herumgeredet und haben uns den Flitzebogen angesehen. Total verfressen, durch die Gegend hüpfend und überhaupt nicht menschenfeindlich hat er in dieser Stunde unser Herz erobert. Nellie war es ziemlich egal, sie hatte einen Stock gefunden. Alex erzählte uns ein paar Dinge, die sie wusste, über seine Vergangenheit. Er kam aus einem Tier"heim" aus der Nähe von Budapest. Musste aufgrund eines Erbebens in ein anderes Tierheim umziehen, und wieder zurück. und wurde letztendlich von Sabine Winkelmann gerettet und nach Borkum gebracht. Dort wurde er sofort kastriert. Wir hatten uns entschieden. Wir nehmen ihn mit nach Hause. Er hat eine Chance verdient. Also zurück zur Fähre. Alex fuhr uns zurück und wir hatten noch ca. 1,5 Stunden zu warten. Also warteten wir. Felix/Sam absolut ruhig und relaxt. Sehr neugierig, aber nicht gestresst. Die Fähre kam, mein Mann Ralph geht mit unserer Hündin vor. Nellie, die vor gar nichts Angst hat und uns absolut vertraut. Klasse, denke ich, und gehe stramm mit Sam auf die Fähre zu. Er erreicht die Gangway und.. Nichts geht mehr. Dieser kleine Junge erstarrt und bleibt einfach stehen. Zum Glück, denke ich, dass er so dünn ist und klemme ihn mir unter den Arm. Auf der Fähre angekommen legte er sich platt auf den Boden und zitterte wie Espenlaub. So blieb es auch die nächste Stunde, bis wir in Emden anlegten. Das gleiche Spiel, um von der Fähre wieder herunterzukommen. Ab unter den Arm und auf durch die Menschenmenge. Zum Glück hatte er keine Angst vor Autos. Also ab ins Auto und nach Hause. Angekommen markierte er erst einmal alle Benjaminis als seine. Ok, das hätten wir geklärt. Und dann gleich, nachdem alle Freundinnen, die auch Hunde haben, angerufen wurden, ab zum Spaziergang.   Absolute Aufregung in diesem jungen Hund. Aber überhaupt nicht aggressiv allen Hunden gegenüber. Die erste Woche ließen wir ihn nicht von der Leine, aus Angst er würde weglaufen. Aber irgendwann mussten wir es ja mal wagen. Also, ab an den Deich und Leinen los! Und...es passierte Nichts. In dieser einen Woche hatte er sich so auf unsere Hündin fixiert, dass er gar keine Lust hatte, weit wegzulaufen. Und so wurde es von Tag zu Tag besser mit ihm. Klar, die pubertären Spielchen eines Rüden hat er auch gespielt, und spielt er auch jetzt noch, aber er ist ein sooo toller Hund geworden!







Durch Zufall bekamen wir, nach ca. 1 Monat, Kontakt zu einer Frau aus Ungarn, bei der Sam eine kurze Zeit zur Pflege gelebt hat, aber wieder abgegeben wurde, da er angeblich ständig weglief. Dachten wir. Letztendlich hat sie ihn aber wieder abgegeben, weil sie merkte, dass er kein reinrassiger Dobermann war und sie somit auch nicht mit ihm züchten konnte. In Ungarn ist es wohl üblich, eine Fotogalerie im Internet zu besitzen. Frau Winkelmann schickte mir einen Link auf dem Fotos von Sam, ein Jahr zuvor, zu sehen waren. Mir traten sofort die Tränen in die Augen. Ein Gerippe mit Fell war dort zu sehen. Sollte das wirklich unser Sam gewesen sein? 



Ja! Dafür sah er im Tierheim Borkum richtig propper aus. Ich wollte mehr wissen! Durch den Administrator dieser Webseite bekam ich die e-Mailadresse der Fotografen dieser Bilder. Es waren die Menschen, die Sam tatsächlich gerettet hatten! Ein Ehepaar aus Budapest. Gefunden hatte man Sam auf einer Müllkippe. Angebunden, bei 40 Grad im Schatten. Völlig dehydriert, und absolut unterernährt. Ich danke diesen Menschen heute noch dafür, dass sie es möglich gemacht haben, dass dieser tolle Hund bei uns leben kann. Niemals wieder würden wir ihn hergeben wollen.


Zusammen mit unserer Hündin Nellie, ohne die er sicherlich nicht so schnell gelernt hätte, bildet er ein super Team. Nellie zeigt ihm, dass die Welt gut ist, dass Menschen Liebe und Wärme geben.

Und dass es toll ist, bei Herrchen und Frauchen, mehr oder weniger heimlich, im Bett zu schlafen.

Die Entscheidung für einen Hund, Dobi oder nicht, aus einem Tierasy/Tierheim würden wir jederzeit wieder treffen. Sicher, solche Hunde haben eine Vorgeschichte. Meistens auch keine glückliche. Sie brauchen etwas mehr Zeit, um Vertrauen aufzubauen. Und haben sicherlich auch größere Verlassensängste, aber dafür danken sie einem die Zuwendung doppelt und dreifach! Auch Sam hat nach wie vor einige "Macken", die er vielleicht auch sein ganzes Leben beibehalten wird, aber wer könnte es ihm verdenken?! Große, laute Fahrzeuge werden angebellt. Unsicher, fremden Dingen gegenüber ist er auch noch ein wenig. Aber was erwartet man?! Er hat soo viel gelernt, in nur 1 Jahr. Und jeden Tag schenken die beiden Hunde uns ein Lächeln ins Gesicht. Meistens sogar mehr als ein Lächeln. Manchmal tut der Bauch auch weh vor Lachen :-)  Wir können nur "Danke" zu den Menschen sagen, die sich diesen armen Geschöpfen widmen und trotz des großen Elends, welches sie so oft sehen, einfach nicht aufgeben.























Mascha Schulz